Über Uns2018-08-21T11:37:54+00:00

45 Jahre Behindertenzentrum

1973 wurde aus Eigeninitiative für die Tagesbetreuung und die Förderung von Erwachsenen mit geistiger Behinderung der mildtätige und gemeinnützige Verein “Zentrum zur Förderung geistig Behinderter e.V.” von engagierten Eltern und Erziehern gegründet.
Einer der Initiatoren des Vereins ist noch heute als Vorstand für den Verein tätig und ist maßgeblich an der Weiterentwicklung der Angebote beteiligt.
Das Behindertenzentrum ist ein Beschäftigungs- und Förderbereich (BFB) für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung in der Turmstraße 21 in 10559 Berlin Moabit. Wir bieten 50 Plätze organisiert in vier Gruppen an.

Neben der Förderung in diesen Basisgruppen in den Bereichen Sozialverhalten und Verständigung, lebenspraktischer Bereich, Arbeitsförderung und Außenorientierung zählen zu unseren therapeutischen Angeboten die Physiotherapie, die Musiktherapie, die Kunsttherapie, der Schreibkurs, die Spiel-, Theater- und Bewegungsgruppe und das therapeutische Schwimmen.

Als Verbandsmitglied und Mitglied der Lebenshilfe, von Arbeitsgruppen des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sowie des Aktionsbündnisses „Das Blaue Kamel“ sind wir an regem Wissensaustausch interessiert, geben Anstöße und sind an der Erarbeitung von Maßnahmen beteiligt. Im Interesse der Beschäftigten arbeiten wir mit der „Nordberliner Werkgemeinschaft gGmbH“, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, vertraglich zusammen.

Unsere Beschäftigen leiden an umfangreichen Beeinträchtigungen in ihrer Wahrnehmung sowie in ihrer sprachlichen, sozialen und motorischen Leistung. Diese treten als Sprachentwicklungs-, Kontakt-, Koordinations-, Seh- und Hörstörungen sowie als Störung des motorisch-taktilen Erfassens auf. Nach unserem Konzept werden diese Menschen in ihrer Gesamtentwicklung gefördert und pflegerisch betreut. Besonderer Wert wird auf die Förderung der praktischen Selbsthilfe, der Selbstsicherheit und auf das Erwerben eines angemessenen Sozialverhaltens gelegt. Des Weiteren werden die Beschäftigten im Rahmen der ihnen gegebenen Möglichkeiten schrittweise an eine kreative, handwerkliche Tätigkeit herangeführt. Wir tauschen uns mit den Familien der Beschäftigten sowie mit den Kollegen (innen) in den Wohneinrichtungen der behinderten Menschen intensiv aus, besuchen uns gegenseitig, lernen das gesamte Umfeld kennen.

Der Grundgedanke unserer multiprofessionellen Mitarbeiter ist die ganzheitliche Akzeptanz der individuellen Persönlichkeit der uns anvertrauten Menschen. Engagiertes Handeln der Pädagogen und Therapeuten gerade gegenüber dem Beeinträchtigten, schafft Lebensperspektive und gibt Möglichkeiten zur Planung. Wir sehen unsere Aufgabe darin, entwicklungsfähige Ansätze bei jedem uns Anvertrauten zu entdecken und zu stärken, mit dem Ziel, an der Erlebnis- und Handlungswelt des Nichtbehinderten teilzunehmen.

Für wen es uns gibt…

Erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung ohne Werkstattfähigkeit aus den Bezirken der Region Mitte (Mitte, Wedding, Tiergarten, Kreuzberg, Friedrichshain), die sich nach einem Besuch und gegenseitigem Kennenlernen für uns entschieden haben, können platzabhängig bei uns aufgenommen werden. Besondere Erfolge konnten wir bei der Betreuung, Förderung und Therapie von Menschen mit mittlerer bis schwerster geistiger Behinderung, gepaart mit ausgeprägten psychisch auffälligen oder autistischen Verhaltensweisen erreichen. In unserer mehr als dreißigjährigen Förderarbeit ist es uns gelungen, nicht gruppenfähige behinderte Menschen in Gemeinschaften zu integrieren, ihnen erfolgreich Wege der Reifung und Entwicklung zu zeigen. Einige Beschäftigte konnten und können wir an Werkstätten für behinderte Menschen weitervermitteln.
Gern sind wir auch für Menschen mit Behinderung da, bei denen bisher sozial-, familiär-, medikamenten- oder behinderungsbedingt eine Förderung oder Teilhabe in die übliche Handlungswelt nicht möglich war oder gescheitert ist. Menschen, für die die Aufnahme in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung aufgrund ihrer Behinderung und ihres Lebensalters nicht in Betracht kommen kann, werden bei uns in ihren Fähigkeiten stabilisiert.

Und die Eltern…

Die Zusammenarbeit mit den Eltern der Beschäftigten ist Voraussetzung für unsere pädagogische Arbeit. Elternabende dienen nicht nur dem Informationsaustausch über die Belange der Betreuten, sondern auch dem Kontakt der Eltern mit uns und untereinander. Regelmäßige gemeinsame Feiern, wie z.B. das Sommerfest und der Weihnachtsbasar, gehören ebenfalls zu solchen beliebten Treffen.
Durch die intensiven Kontakte zu den Eltern und deren Mitarbeit wurde unsere Klangspielgruppe „Orffeus“ gegründet. Zum Miteinander-Freude-Haben, Lachen und Plauschen, Austausch von Neuigkeiten und Sorgen gibt es auch Gelegenheit.

Was uns ausmacht

Bei der Frage was das Besondere am Behindertenzentrum ist, müssen zunächst unsere Beschäftigten genannt werden, die durch ihren Charakter, ihren Humor und ihre Einzigartigkeit unser Leben bereichern.

Um ihnen eine möglichst breitgefächerte Förderung anzubieten, ist eine Vielzahl von qualifizierten Mitarbeitern in das Beschäftigungskonzept eingebunden. Festangestellte Therapeuten (innen) in den Bereichen Musik-, Kunst- und Physiotherapie arbeiten ganzheitlich und gruppenübergreifend mit Heilerziehungspflegern (innen), Erziehern (innen), Heilpädagogen (innen), Ergotherapeuten (innen) und Sozialarbeitern (innen) zusammen. Die Ergebnisse der multiprofessionellen Zusammenarbeit fließen in Teambesprechungen in die Förderplanung der Beschäftigten ein.

Auch der Standort sollte nicht unerwähnt bleiben. Das Behindertenzentrum befindet sich auf dem Gelände des Gesundheits- und Sozialzentrums Moabit (GSZM), dem ehemaligen Krankenhaus Moabit. Zentral gelegen und verkehrstechnisch gut angebunden, sind von hier aus Ausflüge etc. leicht zu organisieren. Das parkähnliche Gelände ermöglicht es, kleinere Spaziergänge, ungefährdet vom Verkehr, durchzuführen.

Die Finanzierung unserer Arbeit

Der gesetzliche Anspruch der Menschen mit Behinderung auf Eingliederungshilfe nach den Bestimmungen des Zwölften Sozialgesetzbuches (Sozialhilfe) soll per „Tagessatz“ die Kosten decken. Das volle Leistungsspektrum wäre jedoch ohne den Großmut unserer Spender nicht möglich.

Unsere Geschäftsführung und der Vorstand des Behindertenzentrums