Ergotherapie   

 

Gruppenübergreifend fließen ergotherapeutische Gesichtspunkte in alle Fördersituationen mit ein und sollen durch wechselseitigen Austausch von Beobachtungen im Mitarbeiter-kreis zur erfolgreichen Entwicklung der Menschen mit geistiger Behinderung führen.

Die mangelhafte Verarbeitung und Verknüpfung der verschiedenen Sinnessysteme (Gleichgewicht, Tiefen- und Oberflächensensibilität, sehen, hören, schmecken, riechen) aufgrund des Handicaps kann zu Problemen in jedem Lebensbereich führen. Defizite der Körperwahrnehmung und des Körperschemas haben oft Störungen bei der Kraftdosierung, Muskeltonusregulation, Grob- und Feinmotorik, Gleichgewicht und Körperhaltung zur Folge. Verbesserungsbedarf kann bestehen bei der Koordination beider Körperhälften, bei der Wahrnehmung von Form und Raum, von Figur und Grund, bei der Verarbeitung von taktilen Eindrücken und beim verminderten oder fehlenden Verständnis für zeitliche und räumliche Abläufe. Alle diese Fähigkeiten sind aber wichtige Voraussetzungen für "sinnvolles" und produktives Handeln und für die Bildung von Ich- Grenzen und das Unterscheiden von Ich und Nicht- Ich und sind somit die Voraussetzung für angemessenes Sozialverhalten und positives Lebensgefühl.

Um dies für den behinderten Menschen erreichen zu können, folgt auf die Analyse der Fähigkeitsanforderungen das sinnvolle Aufteilen des Ganzen in einzelne Abschnitte, um jedem zu Betreuenden einen Teil der Gesamtarbeit anbieten zu können, gelegentlich mit an die besonderen Erfordernisse angepassten Werkzeugen und Hilfsmitteln.