Physiotherapie   

Bewegungs-, Handlungs- und Wahrnehmungsstörungen sind ein Symptomkomplex bei geistig behinderten Menschen. Bewegungsmangel und Übergewicht wirken oft als Störungs-verstärker. Das Vermindern dieser Beeinträchtigungen ist Behandlungssäule der Physiotherapie. Bei geistig behinderten Erwachsenen lassen sich durch regelmäßiges Üben immer Situationsverbesserungen erzielen.
Die Nachhaltigkeit dieser Erfolge verhindert Pflegedürftigkeit, ermöglicht Unabhängigkeit von fremder Hilfe oder zögert deren Eintritt hinaus. Um hier erfolgreich zu sein, setzen wir krankengymnastische Einzelsitzungen in Atemtherapie, Massagen, Fußzonenreflex-massagen und Lymphdrainage ein. Diese Maßnahmen lösen Muskelverhärtungen, bessern trophische Störungen, mindern erhöhten Muskeltonus, lockern die Atemmuskulatur, normalisieren das Vegetativum, regen den Stoffwechsel an, tonisieren Nacken- und Rückenmuskulatur. Dynamische Mobilisation erweitert das Bewegungsmaß in allen Extremitäten und der Wirbelsäulengelenke – erhält zumindest bisher erreichte Verbesserungen.
Passive Mobilisation setzen wir primär bei allen spastischen Zuständen und bewegungsverarmten Behinderten ein, um generativen Gelenkflächenveränderungen entgegenzuwirken und um kontraktivprophylaktisch wirksam zu sein. Moto-Therapie wird zur Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit mit den Schwerpunkten der Körper- und Raumorientierung, der Reaktionsschulung und der Gleichgewichtskontrolle eingesetzt.
Krankengymnastische Übungen in der Gruppe dienen auch der Verbesserung des Sozialverhaltens durch Spaß, Spiel, Wettbewerb und gemeinsame Bewegung. Wind-und-Wetter-Spaziergänge dienen gleichen Zwecken.
Wöchentliches Schwimmen fördert im öffentlichen Bad bei Wohlfühltemperatur die Oberflächen- und die Tiefensensibilität, die Körperwahrnehmung, lässt durch den Auftrieb sonst nicht mögliche Bewegungen zu und verhilft allen Behinderten mit spastischen Bewegungsbeeinträchtigungen zu tiefgreifender Entspannung; dient, der Öffentlichkeit wegen, der Integration und bereitet Spaß...